5 Fehler, die dich den Sieg kosten

Fehler, die dir den Sieg kosten

Welche 5 Fehler kosten Sportlern die Medaille oder den Sieg?

 
Ich höre in meinen Coachings immer wieder die gleichen Glaubenssätze, die den Sportlern oft schon toller Erlebnisse, Medaillen oder sogar den Sieg gekostet haben.
 
Da es mein oberstes Ziel aber ist, dir auf die oberste Treppe zu helfen, nehmen wir heute diese 5 Fehler gemeinsam in Angriff.
 

Doch wovon spreche ich?

 
„Mentaltraining hilft mir nichts.“
 
„Das ist nur was für Verlierertypen, nichts für mich.“
 
„Das mache ich erst, wenn es mich schlecht geht.“
 
Ich bin selbst Spitzensportler, bin selbst Mentaltrainer und trotzdem habe ich lange Zeit ohne Coach, ohne mentale Betreuung gearbeitet. Das war ein FEHLER!!!
 
Ich war davon überzeugt, dass ich das doch selbst schaffe, oder mir einer meiner Trainer dabei helfen könnte.
 
Doch irgendwie ist es doch so, selbst viele Coaches haben einen Coach. Das ist ja auch gar nicht abwegig, weil jeder hat seine eigenen Themen, jeder hat seine eigenen Ansichten, seine eigenen Techniken, wie er an die Sacher heran geht und jeder macht die Dinge irgendwie anders.
 
Vorurteile gibt es ja genug. Gerade, wenn es um etwas so wenig Greifbares geht, wie Mentalem Training.
 
Diese Liste mit den 5 häufigsten Fehlern, kosten Sportlern oft den Sieg.
Und das ist schade, wenn du weißt, dass du mehr erreichen könntest, also wird’s Zeit diese Fehler zu streichen!
 
Auf geht’s!
 

Fehler 1: „Ich mache Mentaltraining erst, wenn ich schlecht drauf bin.“

Hey, ich gebe es ja zu, ich bin nicht anders als du.
Ich war genau so davon überzeugt, dass ich Sportmentaltraining nicht brauche wenn ich gut drauf bin.
 
Ich kann mich an ein Jahr erinnern, in dem es unglaublich gut lief. Ich hatte monatelang mit meinem damaligen Sportpsychologen gearbeitet und lange an meiner positiven Grundeinstellung gefeilt.
 
Ich sog positive Emotionen ein, wie eine Droge. Es war einfach wunderbar.
 
In diesem Jahr war ich Nummer 1 Europas in der U23-Wertung. Ich erreichte ein starkes Ergebnis nach dem anderen und fühlte mich einfach stark und sicher.
 
Dann kam der Druck. Die U23 Europameisterschaft war in wenigen Wochen, ich war angespannt, bekam sogar Durchfall.
 
Es war der Horror.
 
Ich sah meine Medaille wegschwimmen, meinen großen Traum wie Sand in meinen Händen zerfallen und durchsickern.
 
So focht ich auch dann auch bei der Europameisterschaft. Ich konnte bei weitem nicht an meine Leistung anschließen und verlor früh gegen einen Russen.
 
Die nächste Saison begann. Ich hatte riesige Ziele, eine große Last auf den Schultern. Ich tat nichts mehr in die Richtung Mentaltrainig.
 
Der erste Wettkampf in Spanien?
Ein Fehlschlag.
 
Ich trainierte verbissener und verlor auch im zweiten Wettkampf viel früher als erwartet.
Ich trainierte noch mehr und schied in der Gruppenphase aus.
Eine Katastrophe.
 
Was hatte ich verändert? Ich hatte mich nicht mehr mit meinem Mentaltraining beschäftigt.
 
Das war mir jetzt klar, dass ich als Sportler dies ebenso brauchte wie Techniktraining, Kraft- und Ausdauertraining.
 

Fehler 2: „Wenn ich nur hart genug trainiere, dann erreiche ich mein Ziel auch.“

Ich weiß noch, wie ich mich für die Olympischen Spiele qualifizieren wollte, in diesem Artikel schreibe ich, warum ich das nicht geschafft habe und wie es mir damit ging.
 
Es war wirklich scheiße.
 
Ich lag am Boden, den Tränen nahe.
 
Ich wusste, dass mein Traum von den Olympischen Spielen ausgeträumt war.
 
Doch hatte ich alles dafür getan? Hatte ich mir irgendwas zuzuschreiben oder hatte ich noch Reserven, die ich ausschöpfen hätte können.
 
Ich wollte vom Fechten nichts wissen, mir war übel.
Ich konnte nicht wirklich denken, meine Seele fühlte sich schwer an.
 
Da stand ich also, fragt mich, ob ich wirklich alles getan hatte und musste mir selbst eingestehen, dass ich mehr hätte tun können.
 
Ich hätte mehr, oder überhaupt Mentaltrainig machen können, hätte mir mehr Unterstützung von außen holen können und öfter meinen eigenen Weg gehen können.
 
Für diesen Lernprozess bin ich dankbar.
 
Ich war aber trotz dieses Prozesses, den ich gerne ohne das Scheitern erfahren hätte, für eine Sache sehr dankbar, dass Erfolg nicht immer planbar ist und es Dinge gibt, die man nicht planen kann.
 
Ich konnte gewisse Verletzungen nicht einplanen, konnte nicht beeinflussen, welche Gegner ich bekomme oder ob sich mein Flug verspätet oder sogar einfach gestrichen wird.
 
Damit musste ich leben lernen, damit musste ich umgehen lernen.
Dieser Aufgabe bin ich jetzt gewachsen, weil ich gelernt habe, dass trotz all meiner Planung es Dinge gibt, die passieren ohne dass ich Einfluss darauf nehmen kann.
 
Das nächste Mal werde ich sicherlich, wenn mir die Gedanken kommen „Oh Gott, nicht schon wieder ich“ mich auf diese Erfahrungen berufen, kurz durchatmen und dann zu mir sagen „Es ist so, wie es ist und das ist gut so.“
 
Ich glaube nicht, dass ich es sofort schaffen werde.
Aber ich glaube, dass ich immer besser mit diesen Situationen umgehen werde, in denen ich mich ausgeliefert fühle.
 

Fehler 3: „Ich bin kein Siegertyp.“

 
Als Siegertyp wird man geboren! Wenn ich für jedes Mal, wenn ich diesen Fehler gehört hätte einen Euro bekommen hätte, wäre ich heute ein reicher Mann. Ehrlich 😉 Mir komplett unverständlich, dass man diesen Scheiß glaubt!
 
Doch was zeichnet einen Siegertypen aus?
 
Er/Sie ist im Wettkampf stark, wächst dort sogar noch über sich hinaus, ist mental stark und kann sich unglaublich gut fokussieren.
 
Wenn man diese Dinge, aber nicht erlernen könnte, würde es nur sehr wenige wirklich erfolgreiche Athleten geben, okay ich verstehe schon, dass es nicht viele gibt die Olympiasieger oder Weltmeister werden, aber es gibt doch viele Athleten, die relativ erfolgreich sein könnten.
 
Mentale Stärke ist eine Sache, die sich erlernen und trainieren lässt, ähnlich wie Muskelkraft.
 
Eines ist aber auf jeden Fall so, Mentaltraining bietet dir einen Weg auf die oberste Treppe.
Mentaltraining ist eine Möglichkeit für dich, eine zusätzliche Chance, dass du nach oben auf die oberste Treppe kommst.
 
Es wird dich vor allem dabei unterstützen, wenn du merkst, dass du im Wettkampf nicht dein volles Potential abrufen kannst, oder sobald du beim Turnier bist eine volle Hose hast.
 
Dann kann und wird dir Mentaltraining helfen!
 
Und ja, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass du zu einem Siegertypen wirst um ein Vielfaches höher.
 

Dein 8-Punkte-Plan für deine Höchstleistung:

    • Selbstbewusst im Wettkampf
    • Spaß an der Herausforderung haben
    • Kühlen Kopf bewahren, wenn's drauf ankommt.




    Fehler 4: „Ich schaffe es einfach nicht.“

     

    „Sich erheben, immer und immer wieder, bis aus Lämmern Löwen werden.“ (Robin Hood)


     
    Du wirst jetzt vielleicht lachen, warum ich genau dieses Zitat aus einem Hollywood-Schinken anführe und da hast da sicherlich recht, ich kann es aber nicht besser als mit dieser Metapher erklären.
     
    Viele von euch, können sich wahrscheinlich noch an Hermann Maiers Sturz in der Abfahrt der Olympischen Spiele in Nagano 1998 erinnern.
     

     
    Viele wissen wahrscheinlich auch, dass Hermann Maier wenige Tage später Gold gewann.
     
    „Ich schaffe es einfach nicht.“
    Diesen limitierenden Glaubenssatz, kenne ich von mir selbst nur zu gut. Schon oft stand ich auf der Fechtbahn einem Weltklassefechter gegenüberstehend und dachte mir nur, wie ich den anderen schlagen könnte.
     
    Ich focht wie der Hase vor der Schlange um während des Kampfes dann plötzlich festzustellen, dass auch er nur ein Mensch mit zwei Armen und zwei Beinen ist und so außergewöhnlich gar nicht ficht.
     
    Nach diesen Gefechten, war ich oft enttäuscht, aber nicht weil ich verloren hatte, sondern weil ich das Gefühl hatte, dass ich nicht einmal Ansatzweise mein volles Potential abrufen konnte.
     
    Ich gebe zu, dass mir das noch immer hin und wieder passiert. Doch mittlerweile versuche ich mich, wenn der Gedanke kommt etwas zurückzuziehen, mich mehr auf mich zu konzentrieren und mich zu fragen, was ich tun muss um mein Potential abrufen zu können.
     
    Auch bei dir wird es Momente geben, in denen du an dir zweifelst und dich fragst, ob du es wirklich schaffen kannst. Du musst zuerst diesen Teufelskreis durchbrechen und dich mit positiven Emotionen aufladen um eine Chance zu haben.
     

    Fehler 5: „Mir fehlt ein Ziel, für das ich mich motivieren kann.“

     
    Zu scheitern ist nie leicht, da sind wir uns alle einig.
     
    Als Sportler lernst du wieder aufzustehen, weiter zu gehen, dich nicht hängen zu lassen und dich danach neu zu ordnen und ein neues Ziel zu definieren.
     
    So ist die Theorie.
     
    Doch was ist, wenn du dein großes Ziel nicht erreicht hast, wie ich die Olympischen Spiele?
     
    Wie schaffst du es dich danach wieder aufzurichten und weiterzumachen, wo doch eigentlich alles dafür sprechen würde, einfach aufzuhören?
     
    Ich habe mir einige Tage komplette Ruhe gegönnt, habe meine Fechtsachen für ein knappes Monat in die Ecke geworfen und mich um mich selbst gekümmert.
     
    Ich habe trotzdem schnell gemerkt, dass mein innererstes Feuer noch für Fechten brennt. Das ich es immer noch nicht aushalte, einen Tag nicht an Fechten zu denken.
     
    Ich habe mich danach hingesetzt und mir aufgeschrieben, was meine Ziele für meine Zukunft sind und welche es bis jetzt waren.
     
    Ich habe überlegt, welche Rahmenbedingungen ich brauche um die Möglichkeit zu haben, diese Ziele auch erreichen zu können und ich habe mich gefragt, was ich anders machen kann, was ich von anderen Menschen brauche, um meine großen Ziele zu erreichen.
     
    Danach war mir klar, ich will weitermachen, ich will meine Träume leben und erfolgreich sein und ich will die Chance.
     
    Welche dieser Fehler hast du schon gemacht?
     
    Sport ist Kopfsache!
     
    Dein,
    Unterschrift
    Muhammed Ali

    6 Kommentare, sei der nächste!

    1. Leider ist die Überschrift grammatikalisch falsch. „Etwas kosten“ verlanbgt den Akkusativ. ZB. Es kostet mich Überwindung, eine grammatikalisch falsche Überschrift zu lesen. Daher würde ich mich über eine Richtigstellung sehr freuen: „5 Fehler, die dich den Sieg kosten.“ Wir wollen doch nicht das alte Vorurteil nähren, dass Sport und intellektuelle Befähigung einander ausschließen.
      Mit liebem Gruß
      Rudi Wanka

      1. Lieber Rudolf,

        Ich hatte zwar nochmals im Duden nachgesehen und der schrieb, dass man mittlerweile auch schon den Dativ benutzen könnte. Aber ich ändere das.
        Du hast diesbezüglich natürlich recht, vielleicht habe ich mich auch einfach verschaut.
        Ich danke dir auf jeden Fall dafür, dass du mich darauf aufmerksam gemacht hast und hoffe dir gefällt der Blog.

        Einen schönen Sonntag noch.
        LG

        Johannes

      2. Nein das will ich auf keinen Fall.
        Vor allem deshalb nicht, weil viele Spitzensportler, die ich kenne studieren und später auch sehr erfolgreich sind indem was sie tun.

        Ich hatte zwar im Duden nachgesehen, aber ich kann mich auch verschaut haben.
        Ich möchte mich aber persönlich für dafür bedanken, dass du mich darauf aufmerksam gemacht hast.

        Ich hoffe der Blog gefällt dir.

        Ich wünsche noch einen schönen Sonntag.
        LG

        Johannes

    2. Hallo Johannes,

      ein sehr schöner Artikel, der es auf den Punkt bringt.

      Zu Fehler 1:
      Es ist wie in der freien Wirtschaft, erst wenn es dem Unternehmen schlecht geht, holt man den Unternehmensberater ;). Wie aber bereits die alten Römer wussten:
      „Wenn du den Frieden willst, bereite dich auf den Krieg vor“ (Cicero)
      Wer von vorneherein mental trainiert und sich vorbereitet, vermeidet Krisen und entzieht Selbstzweifeln den Nährboden.

      Zu Fehler 4:
      Das Zitat aus dem Robin Hood Film finde ich sehr passend und überhaupt nicht lächerlich. Ich denke bei jeder Art von Sport muss man regelmäßig Niederlagen hinnehmen. Wie man jedoch emotional bei einer Niederlage empfindet definiert jeder selbst.
      Leider ist hier die Furcht vor Niederlagen sehr verbreitet. Kein Wunder, wir hören ja ständig nur von den Siegern. Gräbt man aber etwas tiefer in den Erfolgsstorys, dann trifft man fast immer auf lange Episoden in den Leben derjenigen, die sehr schwierig und anstrengend waren. Das Geheimnis des Erfolges lag dann immer darin, einfach weiterzumachen.
      Hört sich so einfach an, aber meine eigene Erfahrung sagt, dass es in diesen Momenten nichts Schwierigeres gibt… 😉

      Herzliche Grüße
      Stefan

      PS: Schön, dass wir dieselbe Leidenschaft teilen, Mentales Training und Fechten. (auch wenn sich unsere Waffen etwas unterscheiden – ich komme aus der HEMA Ecke)

      1. Hallo Stefan.

        Danke für deinen umfangreichen Kommentar.
        Zu deinem Vergleich aus der Wirtschaft kann ich nur beipflichten. Da hast du wirklich sehr recht.

        Freut mich, dass dir mein Robin Hood Zitat gefällt. Ich gebe dir zu 100% recht, dass die Furcht vor dem Verlieren für viele die größte Hemmschwelle ist und blockiert.
        Weitermachen ist die Devise 😉

        LG

        Johannes

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