5 Gründe dich als Sportler mit mentaler Stärke zu beschäftigen

Die Kunst mental stark zu sein

 
 
Die Kunst mental stark zu sein ist vielen nicht einfach in die Wiege gelegt. Sie wird trainiert, gelehrt und ist wie viele andere Talente des Sportlers ausbaubar.
 
Stell dir einmal eine Situation vor, in der du dich total sicher gefühlt hast, du ruhig warst, einfach komplett klar im Kopf warst. Vielleicht hast du diesen Flow-Zustand bereits einmal in einem Wettkampf erreicht. Es ist der Zustand, in dem du alles abrufen kannst, dich sicher fühlst und trotzdem locker bist.
 
Ich schreibe als Schlusswort oder als besser gesagt als Schlusssatz immer „Sport ist Kopfsache!“.
Einfach weil ich glaube, dass die meistens Leistungssportler noch viel mehr erreichen könnten, wenn sie sich mit Sportmentaltraining und der Entwicklung ihrer mentalen Stärke auseinander setzen würden.
 
Doch vielen scheint es nicht wichtig zu sein, oder nicht als wichtigen Teil des Trainings anzusehen. In meinem ersten Artikel der Artikelserie „Mentaltraining: Wie kann es dir helfen“ habe ich von russischen Sportler bei den Olympischen Spielen erzählt.
 
Sie waren die ersten Sportler, die sich intensiv mit mentalem Training auseinandersetzen und es wurde ebenso in ihr Training integriert wie Laufen, Schwimmen oder Gewichte stemmen.
 

Doch warum soll ich das auch noch machen

Ich bin immer noch sehr überrascht darüber, wie wenige Sportler mentale Übungen absolvieren, noch etwas mehr verwundert mich die Tatsache, dass es viele als Hokuspokus abtun und man als Mentaltrainer mehr die Stellung und den Ruf eines Voodoo-Priesters genießt als ein Wunderheiler ihn hat.
 
Ist ja auch irgendwie witzig, wenn du mich fragst.
 
Auf der Seite aber auch irgendwie bedauerlich, denn es wäre wohl für viele Athleten einfacher sich mit sich selbst und der Stärkung des Ichs zu beschäftigen anstatt Unsummen für Nahrungsergänzungsmittel, teure Sonderschichten mit Trainern oder ständig neuer Ausrüstung auszugeben, obwohl auch das natürlich seine Berechtigung genießt keine Frage.
 
5 Gründe Mentale Stärke
 
Zurück aber zur Stärkung des Ichs
Erfolgreiche Sportler sind normalerweise Menschen mit Ecken und Kanten. Sie gehen ihren eigenen Weg und verfolgen ihre Ziele, wie sie denken, dass es richtig für sie ist und nehmen dabei auch mal in Kauf zu scheitern oder einen Fehltritt zu landen.
 
Das ist meiner Erfahrung auch nicht immer möglich, leider.
 
Es gibt leider immer wieder Situation da muss man wohl oder übel ein Anecken in Kauf nehmen um weiterzukommen.
 
Aber das ist eine andere Geschichte 😉
 
Die Stärkung des Ichs steht normalerweise im Zentrum meines Mental-Coachings. Das große Ziele muss im Sportmentaltraining sein, nicht nur einen starken Sportler vor allem aber eine starke Persönlichkeit zu formen, die auch in rauen Phasen und unter Stürmen an ihr Ziel kommt oder zumindest sich darauf zubewegt und standhaft zur eignen Überzeugung steht.
 
das bedeutet natürlich nicht, dass man über alles und jeden erhaben ist, es bedeutet aber, dass man als erfolgreicher Sportler ein gesundes Maß an Selbstvertrauen hat und auch seine Persönlichkeit auslebt.
 
Doch wie macht man das? Wie lebt man seine Persönlichkeit?
 
Man ist sich zuerst einmal seiner Ziele und seiner Vision bewusst. Ziele sind aber nicht alles im Leben eines Sportlers. Unter der Kunst mental stark zu sein verstehe ich, dass man eine Vision stätig verfolgt, wenn man aber immer nur an das Ziel denkt, wird man es nicht erreichen, weil diese Festung einfach zu schwer zu erklimmen ist.
 
Du wirst daran scheitern, weil der Berg zu hoch erscheint, ähnlich einem Bergsteiger, der vor einem 8000er steht und sich denkt „Puh, da soll ich rauf? Das schaffe ich nicht.“
 
Wenn du aber loslegst und dich eher auf den Prozess und auf das Training konzentrierst, hast du eine viel größere Chance deine Vision zu erreichen, als wenn du nur in Zielen denkst.
 
5 Gründe warum Sportler sich mit mentaler Stärke beschäftigen sollten
 

Im Sportmentaltraining gibt es dazu die Unterscheidung in Formal- und Prozesszielen:

 

Formalziele:

Unter Formalzielen versteht man Ziele, die sich um einen gewissen Rang oder eine gewissen Zeit drehen und deren erreichen eine Leistung in Anspruch nimmt.
 
Wenn du etwa sagst, dass dein Ziel „Eine Medaille bei den Staatsmeisterschaften“ ist, dann handelt es sich um ein Formalziel. Ein anderes Beispiel ist, wenn du sagst, dass du den Marathon in unter 3:30 beendet möchtest.
 
All das sind Formalziele.
 
Sie haben Vorteile. Diese sind vor allem die leichte Überprüfbarkeit, ähnlich wie in einem Business-Plan. Du kannst sagen, dass wenn du eine Medaille bei der Staatsmeisterschaft gewonnen hast, dein Ziel auch erreicht hast. Was ist aber, wenn du richtig gut drauf warst, dich stark gefühlt hast und die Medaille um ein Eck nicht gemacht hast?
 
Dann hast du dein Ziel nicht erreicht. So einfach ist! Dann bist du auch normalerweise nicht zufrieden mit dir selbst.
 

Prozessziele

Prozessziele sind nicht so ehr auf das Ergebnis gebunden. Das Ergebnis ergibt sich ganz von selbst.
 
Ich kann mich daran erinnern, dass ich damit sehr gut vor einigen Jahren gefahren bin und seit dem immer gerne einsetze. Ich verlor damals oft das erste Gefecht in einem Weltcup, weil ich noch nervös war und mir immer wieder sagte, dass ich so viele Gefechte gewinnen müsse wie möglich, um schlussendlich in meinen Augen erfolgreich zu sein.
 
Doch das verkrampfte mich irgendwie. Ich habe mich deshalb damals dazu entschlossen, meine Strategie zu ändern.
 
Ich definierte mir das neue Ziel, im ersten Kampf „voll da zu sein“ und mein Tagesziel erreicht zu haben, wenn ich dies schaffte.
 
Das nahm mir sehr viel Druck. Ich konnte zwar das Gefecht nicht gewinnen, machte es meinem Gegner sehr, sehr schwer und verlor nur knapp. Es war für mich ein riesiger Fortschritt.
 
Beim nächsten Turnier, sagte ich mir dann, dass es mein Ziel ist, das erste Gefecht zu gewinnen.
 
Prozessziele sind schwerer festzumachen. Es geht hier stark um den Prozess und um das Gefühl, das du hast. Wenn du dir etwa sagst, dass du deine Trainingslager in dem Wettkampf bringen willst, wird es dir auch weniger Stress machen als ein hohes Formalziel.
 
Gründe um sich mit mentaler Stärke zu beschäftigen
 
Mental stark zu sein bedeutet aber nicht nur, sich seiner Ziele bewusst zu sein und eine Vision von sich selbst zu haben, es bedeutet auch vor allem an sich immer weiter zu arbeiten und sich zu einer starken Persönlichkeit zu entwickeln.
 
Der Titel des Artikels heißt aber, 5 Gründe dich mit deiner mentalen Stärke zu beschäftigen und das sollst du auch bekommen.
 
Zuerst möchte ich aber noch kurz ausführen, was mentale Stärke eigentlich ist und was mental starke Sportler ausmacht. Ein paar Sachen habe ich ja schon in meinem bisherigen Blogartikel erklärt.
 
Erstens mental starke Sportler gehen ihren eigenen Weg und verfolgen diesen mit allen was sie haben.
 
Zweitens mental starke Sportler feilen ständig an ihrer Entwicklung und an ihrer Persönlichkeit.
 
 

Dein 8-Punkte-Plan für deine Höchstleistung:

    • Selbstbewusst im Wettkampf
    • Spaß an der Herausforderung haben
    • Kühlen Kopf bewahren, wenn's drauf ankommt.




    Doch wie geht das??

     
    Wie wirst du mental stark und zu einer Persönlichkeit?
    Hier meine Antwort auf diese Frage!

    Mentale Stärke

     
    „Was ist mentale Stärke?“
     
    „Der hat keine Nerven.“
     
    „Sie war total cool.“
     
    „Er ließ sich nicht von den Zuschauern ablenken.“
     
    „Mental stark wird immer wichtiger im Sport.“
     
    Mentale Stärke ist neben dem klassischen Training, wie es etwa Ausdauer- und Krafttraining sind, eine immer wichtigere Komponente im Sport.
     
    Sportmentaltraining zielt nicht nur darauf ab, dass der Sportler im Wettkampf sein Können abrufen kann, es bezieht ebenso eine generelle Entwicklung der Persönlichkeit mit ein.
     
    Der Sportler muss soweit sein, sich selbst coachen und lenken zu können und sich in den Flowzustand selbstständig versetzen zu können.
     
    Mentale Stärke heißt auch mit Rückschlägen umgehen zu können und sich selbst wieder auf den rechten Weg zurückzuführen. Das ist nicht immer ganz leicht, aber eine Eigenschaft, die Sportlern nicht nur im Sport zu Gute kommt.
     
    Wenn ich mir den Artikel von Anfang an nochmals so durchlese, dann habe ich dir bereits mehrere Gründe genannt, warum du dich mit mentaler Stärke und Sportmentaltraining beschäftigen solltest, aber egal ich gebe dir trotzdem noch fünf weitere mit auf deinen Weg.
     

    1. Mehr Fortschritt im Training

     
    Mentaltraining hat ein riesigen Vorteil, der ist, dass es sich nicht nur auf deine mentale Stärke sondern auch auf deine Fortschritte im Training auswirkt.
    Spule eine Übung immer wieder bevor du sie im Training machst mehrmals vor deinem inneren Auge durch.
     
    Der Mensch lernt primär durch Wiederholung und nachahmen. Wenn du also so gut sein willst wie dein Idol, kopiere ihn oder sie zuerst vor deinem inneren Auge und dann wenn du das gut kannst auch im Training.
     

    2. Besseres Körperbewusstsein

     
    Zu einem komplexen Mentaltraining gehört es auch Körperbewusstsein zu schulen und das Gefühl für den eigenen Körper zu sensibilisieren.
     
    Sehr wichtig ist, was du fühlst, was du in dir wahrnimmst und wo dieses Gefühl sitzt. Sitzt der Zweifel eher im Brustbereich oder woanders? Wo spürst du es, wenn du komplett im Flow bist.
     
    Diese Erkenntnisse helfen dir auch, wenn du dir einen Anker installieren willst. Wie das funktioniert erkläre ich dir in einem Video, das ich für meine Abonnenten aufgenommen habe.
     
    Sportler mit mentaler Stärke
     

    3. Höhere Motivation

     
    Um ein ganz Großer zu werden brauchst du Ziele, die dich antreiben, dich jeden Tag aufstehen lassen und dich nicht schlafen lassen, weil du in dem Gefühl und der Vorstellung deines Sieges badest und es sich einfach so gut anfühlt.
     
    Ich möchte dir trotzdem noch eine Motivationsmethode mit auf den Weg geben, die dir helfen wird dir selbst immer wieder einen Booster in Sachen Motivation zu geben.
     
    Du hast sicherlich ein Bild von dir vor deinem inneren Auge, wie du siegst, oben auf dem Siegertreppchen stehst, die Medaille umgehängt bekommst und dein Ziel erreicht hast.
     
    Ich bin mir sicher, dass dir irgendein Bild daran erinnert, wenn nicht suche dir ein Bild oder einen kleinen Talisman, der dich daran erinnert und stecke das Bild oder den Talisman an eine Stelle, in der es oder der Talisman dir oft unterkommt und du es immer wieder ansehen kannst, so bleibt das Ziel in deiner Gegenwart.
     

    4. Mit Rückschlägen besser umgehen

     
    Manchmal sind wir oben, schwimmen auf einer Welle des Erfolgs, dann sind wir wieder unten und wissen nicht warum.
     
    Mentale Stärke hilft dir diese Tiefs zu überwinden. Du kannst zum Beispiel mit Affirmationen arbeiten und dich immer wieder sagen „Ich…bin selbstbewusst und sicher“ oder du sagst dir „Ich entwickle mich jeden Tag ein Stückchen weiter.“
     
    Mentale Stärke hilft dir aber auch dich etwas herauszunehmen. Bedenke einfach, dass du falls du von einem hohen Berg auf einen noch höheren willst, meistens durch ein Tal zuerst gehen musst um zum anderen zu gelangen.
     
    Verkrampfe nicht, mit Leichtigkeit geht es einfacher als mit dem Gedanken des „Erreichen müssens.“
     
    Nur, wenn du aus deinen Fehlern lernst, wirst du mental stark werden und auf das oberste Siegertreppchen steigen.
     
    Ich kann mich da an ein Ereignis erinnern, mit dem ich als Sportler lange nicht abschließen konnte.
    ich war damals 17 Jahre und focht in der Österreichischen Jugendauswahl bei der Europameisterschaft in Novi Sad, Serbien.
     
    Im Mannschaftsbewerb führten wir gegen Deutschland auf das Halbfinale sicher. Wir hatte so um die acht Treffer Vorsprung.
    Dann kam ich in meinen dritten und letzten Kampf. Mein Ziel war klar, ich wollte nur noch irgendwie verteidigen, den Vorsprung über die Zeit retten.
     
    Du kannst dir sicherlich vorstellen, was passiert ist. Ich wurde von meinem deutschen Kontrahenten überrannt, sprichwörtlich überrollt und übergab nach einer acht Treffer Führung mit minus fünf Treffern. Wir verloren, die Medaille war weg.
     
    Etliche Jahre später tat sich eine ähnliche Chance für uns auf. Wir führten dieses Mal sensationell gegen Russland um vier Treffer vor meinem letzten Gefecht. Und irgendwie hatte ich ein ungutes Gefühl, denn natürlich konnte ich mich noch an mein damaliges Erlebnis erinnern.
     
    Dieses Mal war ich aber einen Schritt weiter und bestärkte mich selbst indem ich mir sagte, dass mir das nicht noch einmal passieren würde.
     
    Ich setze mir meine Maske auf und war vollkommen konzentriert. Ich gewann das Gefecht mit 5:1 und wir gewannen schlussendlich klar gegen Russland.
     
    Doch was war anders geworden? Ich hatte aus meinem Fehler gelernt und konzentrierte mich nicht mehr auf den Stand sondern darauf was ich tun müsse um mein Bestes zu geben.
     

    5. Mehr Erfolg im Wettkampf

    Und zu guter Letzt, die wichtigste Sache überhaupt. Du wirst besser im Wettkampf abschneiden. Ich habe dir schon erzählt, was ein Formalziel ist und dass diese Art der Zielsetzung nicht der heilige Kral ist (Satz geklaut von Martin Feigenwinter „Warum Zielsetzung nicht der heilige Kral ist“).
     
    Erstelle ein Stärken-/Schwächen-Profil von dir. Mache das auch mit deinem Trainer gemeinsam und stimmt euch ab. Du wirst feststellen, dass dir das nicht nur hilft an deinen Stärken zu feilen und an deinen Schwächen zu arbeiten, vor allem wird es dir auch helfen wenn du dich etwas unsicher fühlst im Wettkampf.
     
    In diesem Moment rufe dir deine Aufzeichnungen einfach nochmals in Erinnerung und bedenke nochmals deine Stärken. Am besten hast du zu jeder deiner Stärken noch eine kurze Videosequenz in deiner Erinnerung. Damit kannst du es ganz einfach verstärken.
     
    Ich hoffe, ich konnte dir mit diesem Artikel helfen und du arbeitest du ab jetzt in deiner mentalen Stärke.
     
    Sport ist Kopfsache!
    Dein,

    Unterschrift
    PS.: „A man with no imagination, has no wings.“ -Muhammed Ali

    3 Kommentare, sei der nächste!

    1. Hallo Johannes,

      Mein Name ist Aaron Goes und ich bin Schüler der 12 Klasse in der Freien Waldorfschule Düsseldorf. In der Waldorfschule müssen wir uns, als eine Art Abschlussprüfung, 1 Jahr intensiv mit einem Thema unserer Wahl beschäftigen. Ich habe mich entschlossen meine Jahresarbeit zu dem Thema Sportpsychologie zu machen. Da wir unsere Arbeit möglichst mit einem praktischen Teil ausstatten sollten bin ich auf der suche nach einem Interview nach Menschen die interessiert und begeistert über dieses Thema berichten können. Dein Artikel über mentale Stärke hat mir sehr gefallen und ich würde mich über eine schnelle Antwort freuen. Viele Grüße

      Aaron Goes

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