Mentaltraining: Was es ist und wie du es einsetzen kannst

„Mentaltraining: Was ist das?“ Höre ich oft als Frage, wenn ich sage, dass ich Mentaltrainer bin…

 
 
„Er hat Nerven wie Drahtseile.“
 
„Sie ist mental stark drauf.“
 
„Wer so viel Selbstbewusstsein hat wie er, der gewinnt natürlich.“
 
„Wer so viel gewinnt, kann natürlich mit breiter Brust auftreten.“

   
1.1 Was ist Mentaltraining?
1.2 Was Mentaltraining aber sicherlich ist…
1.3 Wie wirkt Mentaltraining
2. Gedanken-Worte-Taten
2.1 Autosuggestion
2.2 Wie du Autosuggestion richtig einsetzt…
2.3 Mentaltraining und Autosuggestion
3.1 Mentaltraining und Fokus auf das Ziel
3.2 Doch wie kannst du Ziele definieren?
3.3 Einige Dinge, die du noch beachten solltest…

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Na, erkennst du dich wieder? Ich mich irgendwie schon, denn auch ich denke mir das immer wieder wenn ich manche Sportler sehe; und ich rede da nicht nur von einem Usain Bolt, der allein schon durch seine Mätzchen im Startblock alle aus dem Konzept bringt und die Läufe schon vor dem eigentlich Startschuss für sich entscheidet.
 
Aber ich bin mir sicher, du kennst sie auch, diese Athleten, die einfach cool sind, die trotz Stress, trotz Rückstand nicht aufgeben und konzentriert bleiben, weil sie wissen, dass sie es drauf haben.
 
 
Ha, schon wieder erwischt, stimmt’s?
 
Ja, du erkennst dich nochmals wieder.
 

Also was macht einen Weltklasseathleten eigentlich aus?
 

Dein 8-Punkte-Plan für deine Höchstleistung:

    • Selbstbewusst im Wettkampf
    • Spaß an der Herausforderung haben
    • Kühlen Kopf bewahren, wenn's drauf ankommt.




    Eine sehr gute Technik, ein gutes Gefühl für die jeweilige Sportart, viel Talent und starke Nerven. Das sind die Dinge, die ich immer höre, wenn ich Sportler frage, was sie von ihrem Idol, von einem Weltklasseathleten unterscheidet.
     
    Wenn ich dann frage, was sie glauben, was am einfachsten zu lernen ist, sagen viele Athleten, dass das die Technik sei, denn Talent hat man oder eben nicht; das sei einfach Pech wenn man keines mitbekommt und mentale Stärke und starke Nerven, das scheint ja auch irgendwie angeboren zu sein.
     
    Zumindest glauben, das viele. Das ist wahrscheinlich der größte Mythos, den es im Mentaltraining überhaupt gibt. Mentale Stärke ist genauso trainierbar, wie Ausdauer und Kraft. Auch hier ist aber Training notwendig; ähnlich einem Muskel, den du in der Kraftkammer trainierst.

       
    Wenn du etwa Tennisspieler bist und du merkst, dass deine Vorhand nicht gut ist, wirst du auch nicht sagen „Okay, die ist schlecht. Das ist halt so.“ sondern du wirst versuchen, diese zu verbessern.

    Du wirst dich mit deinem Trainer zusammensetzen und gemeinsam überlegen, was der Fehler oder die Fehler sind, was du verändern kannst und wie du das am besten bewerkstelligst.
     
    Du wirst möglicherweise einige tausend Bälle schlagen müssen, dich vielleicht auch in der Kraftkammer quälen müssen um dein Ziel, die Verbesserung der Vorhand umzusetzen, aber du wirst es tun, weil du weißt, dass es dir hilft und du damit besser werden kannst.

    Doch wenn es darum geht mentale Stärk zu entwickeln, dann gehen viele Sportler davon aus, dass sie etwas nicht ändern können, das einfach Gott gegeben ist.
     
    Ich habe mich deshalb dazu entschieden, damit aufzuräumen und eine Artikelserie über mindestens 3 Artikel zu erstellen, die dich dabei unterstützen Mentaltraining anzuwenden und mentale Stärke zu entwickeln.
    Denn auch wenn du es jetzt noch nicht glaubst, aber mentales Training sollte genauso trainiert werden wie Kraft und Ausdauer.
     
     
    Der erste Teil, also dieser, beschäftigt sich allgemein mit Mentaltraining.
     
    Ich muss ehrlich sagen, ich bin immer wieder überrascht, wie wenige Sportler Mentaltraining machen.
     

    Aber ich habe da so meine eigene Theorie, warum das so ist. Ich glaube, viele wissen damit einfach nichts anzufangen, weil sie sich damit nicht oder nur sehr wenig beschäftigt haben und nicht wissen, was Mentaltraining eigentlich ist und wie es ihnen nutzen kann.

    Deshalb wird der erste Artikel das allgemeine Thema Mentaltraining und Sportmentaltraining abhandeln und wie du eigentlich mentales Training nutzen kannst.
     
     

    1.1 Was ist Mentaltraining?

     
    „Mentaltraining ist eine Methode zur bewussten Lebensgestaltung“ habe ich vor einiger Zeit einmal im www gelesen.
     
    Es geht also darum, aus sich und seinen Fähigkeiten das beste herauszuholen. So weit so gut.
     
    Doch du also Sportler willst natürlich einen Schritt weiter gehen, du willst dich sicher und selbstbewusst bei Wettkämpfen fühlen, willst Titel gewinnen und sie anschließend verteidigen, willst im Training Spaß haben und jeden Tag voll Motivation aus dem Bett springen und dich täglich ein kleines Stück verbessern.
     
    Das ist eine große Aufgabe.
     
    Für mich ist Mentaltraining im Sport ein Sammelsurium an Werkzeugen, die Sportlern darin unterstützen auf die oberste Treppe, auf das Siegertreppchen zu steigen.
    Ich kann dir deshalb keine ganz einheitliche Definition geben, weil Mentaltraining für mich ein sehr freier Begriff ist, in den viel hineinfällt.
     
    Ich habe etwa mit einem ehemaligen Klienten von mir Sprechtraining gemacht, weil er Angst vor Interviews hatte und deshalb lieber im Finale verloren hatte um kein Interview führen zu müssen.
     
     

    1.2 Was Mentaltraining aber sicherlich ist…

     
    Mentaltraining ist ein Modell zur Verhaltenssteuerung.
     
    Du bist als Sportler, ich weiß, philosophisch orientiert, ein denkendes Wesen. Du siehst dich siegen, du hörst deine innere Stimme, hast ein komisches Gefühl im Bauch wenn du nervös bist.
     
    Das alles geht von deinem Gehirn aus. Das Gehirn steuert dein Verhalten über Emotionen und über deine innere Stimme. Wie du diese genau kontrollieren kannst, deine innere Stimme, zeige ich dir im “Mental stark im Wettkampf“-Kurs und im zweiten und dritten Teil dieser Serie.
     
    Mentaltraining hilft dir in diesen Prozess der Verhaltenssteuerung, der normalerweise sehr unbewusst von statten geht, bewusst eingreifen zu können.
     
    Du kennst das sicher wenn ein Sportler in einem Interview sagt, dass er immer an den Sieg geglaubt hat und nie an seinem Triumph gezweifelt hat.
     
    Diese Sportler tun das, was ich dir auch zeigen möchte. Sie können ihre Gedanken bewusst steuern und sich so in den Flowzustand versetzen, in dem sie dann alle ihre Ressourcen abrufen können und schlussendlich den Sieg davontragen.
     
     
    Sportmentaltraining hilft Athleten, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, ihr Können abzurufen und auch in kniffligen Situationen mental stark und selbstsicher zu sein.
     
    Alles begann wohl mit den Olympischen Spielen 76 in Montreal, bei denen die Ostblock-Sportler ihre westlichen Kumpanen in Grund und Boden schwammen, sprangen, spielten, liefen und und und…
    Die Sowjetunion holte insgesamt 125 Medaillen, davon waren 49 in Gold.
     
    Mental stark sein
     
     
    Doch was machten sie anders?
     
    Man fand heraus, dass russische Psychologen erkannt hatten, dass Mentaltraining im Sport unglaublich viel bewirken kann und setzten es auf den Trainingsplan wie laufen und Rad fahren.
     
    Sowjetische Sportler waren belastbarer, zäher, mental stärker und konnten sich in kniffligen Situation besser konzentrieren, weil sie es immer wieder geübt hatten.
     
    Wenn du schon einmal in einem Flowzustand warst, weißt du warhscheinlich wovon ich rede. Dieser Begriff ist vom ungarischen Psychologen erst Jahre später entwickelt worden und beschreibt das totale Aufgehen in der Tätigkeit oder dem Sport.
     
    Du bist konzentriert, aber locker, bist selbstsicher aber nicht überheblich, bist ruhig aber nicht so, dass du einschläfst, hast Spaß nimmst den Sport aber trotzdem ernst und kämpfst.
     
    Du hast den Siegeswillen, bist aber trotzdem nicht verkrampft und du schaust wie durch ein Zoom-Objektiv, siehst die Sachen, die passieren viel besser als normalerweise.
    Das ist ein Flow. Und so habe ich ihn auch schon selbst erlebt. Es ist ein wahnsinnig geiles Gefühl.
     
    Mentaltraining hilft dir also als Sportler, dass du deine Gedanken besser steuern lernst und dich so besser einstellen kannst. In weiterer Folge und mein ganz großes Ziel ist, dass ich dir zeigen kann wie du dich selbst immer wieder und das bewusst in den Flow-Zustand versetzen kannst.
     
     

    1.3 Wie wirkt Mentaltraining

     
    Mentaltraining kann dich also dabei unterstützen erfolgreich zu sein, doch wie macht es das.
    Du hast gewissen Verhaltensmuster in dir, die du immer wieder abspulst. Du liegst etwa im Sport in einem Spiel hinten und zuckst mit den Schultern. Sofort kommt der Gedanke „Ich verliere wieder.“
    Eigentlich könntest du in diesem Moment das Handtuch werfen, denn unter uns, du wirst nicht mehr gewinnen.
     
    Es gibt grundsätzlich drei Stufen, ich habe dir hier ein Modell aufgezeichnet, dass dir zeigt wie es funktioniert. Wir Menschen haben am Tag etwa 20.000 Gedanken, die von „Ich brauch noch Klopapier.“ bis „Ich schaffe das“ gehen.
     
     

    2. Gedanken-Worte-Taten

     
    „Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Worte.
    Achte auf Deine Worte, denn sie werden Handlungen.
    Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten.
    Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter.
    Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal.“ –aus dem Talmud

     
     
    Die meisten deiner Gedanken rufen in dir etwas hervor. Wenn du dir denkst, dass du diesen Ball sicher gut spielen wirst, wird es auch wahrscheinlich so passieren, denkst du aber, dass du das sowieso wieder vergeigen wirst, dann wird dir auch das widerfahren.
     

    Mentaltraining hilft dir dabei, dass du deine Gedanken und Gefühle besser steuern kannst und das bewirkt, dass du dich besser im Griff hast und kühlen Kopf bewahren kannst.
     
    Mein Trainer sagt immer zu mir, dass ich mir selbst coachen soll, denn Gedanken folgen der Stimme. Er meint damit Autosuggestion.
     
     
    Mentale Stärke im Sport mit Sportmentaltraining
     
     

    2.1 Autosuggestion

     
    Autosuggestion ist eine geniale Technik im Mentaltraining und besonders für Sportler extrem effektiv.
     
    Autosuggestion wurde im Frankreich vom Apotheker Couè entwickelt, der die Kraft der Gedanken eher zufällig bemerkte.
     
    Ein kranker Mann kam in seine Apotheke und wollte ein Medikament, das ihm kein Arzt konnte. Couè gab ihm ein Placebo, ein Mittel aus nicht wirksamen Stoffen und gab es dem Mann. Dieser glaubte ein Mittel in Händen zu halten, das ihn wirklich heilen könnte und kam nach einigen Wochen zurück und war geheilt.
     
    Später stellte er fest, dass die Medikamente besser zu wirken schienen, wenn er zu den Patienten etwas wie „Das ist ein gutes Medikament, das ihnen der Arzt verschrieben hat, damit wird es ihnen bald besser gehen.“,sagte.
     
     
    Hast du schon öfter die Stimme in dir gehört, die dich immer wieder hemmt, die dir sagt, dass du das nicht schaffen kannst?
     
    Jetzt stell dir doch mal vor, sie kann dir helfen, damit genau das Gegenteil passiert. Deine Stimme kannst du lenken. Wenn du etwa merkst, dass dir diese Stimme immer wieder sagt, dass du verlierst, dann versuche sie doch mal bewusst auf deinen Gaumen zu legen und du wirst merken, dass die Stimme verstummt.
     
    Anatomisch ist das so zu erklären, dass wenn du innerlich zu dir selbst sprichst, trotzdem deine Zunge bewegst. Wenn du die Bewegung aber drosselst, kann die innere Stimme sich aber nicht entfalten.
     
     
    Du kannst die innere Stimme aber auch umprogrammieren. Sage dir stattdessen ganz bewusst, dass du es schaffst, dass du gut bist und dass du konzentriert bist.
     
    Dabei solltest du aber beachten, dass diese Instruktionen nicht so klingen wie „Jetzt sei doch endlich mal konzentriert“, sondern du dir mit einer wohlwollenden Art Mut zusprichst und dir stattdessen sagst: „Ganz ruhig, alles in Ordnung. Du kannst das! Einfach konzentriert weiter machen.“
     
     

    2.2 Wie du Autosuggestion richtig einsetzt…

     
    Du bist also im Wettkampf oder im Training und willst ab jetzt Autosuggestion richtig einsetzen können.
    Es ist ja auch ein wirklich sehr starkes Tool, möchte ich dir sagen. Also, du kennst doch diese Stimme, die aus dir kommt, dich ab und an vielleicht runterdrückt oder dich schlecht redet oder dich bittet, dich nun endlich auf das Spiel oder das Siegen zu konzentrieren.
     
    Übe dich darin, dass du diese innere Stimme dazu einsetzt um dich ständig beim Training zuerst zu kommentieren. Ich würde das aber nicht laut machen sonst wirst du sofort als Sonderling abgestempelt.
     
    Ich kenne aber auch genug Sportler, die das auch laut von sich geben und sich dann sagen „Das hast du echt gut gemacht.“
     
    Soweit würde ich an deiner Stelle vielleicht nicht gehen, aber wenn du das möchtest, mach auch das.
     
    Sonst nutze deine innere Stimme um dich aufzubauen und dich sprichwörtlich selbst zu coachen. Du musst einsehen und verstehen, dass diese Stimme ab jetzt dazu da ist, dich zu lenken und dir gute Ratschläge zu geben, die du gerne annimmst.

    So hilft dir zu gewinnen und Siege davon zu tragen, dich zu motivieren und dich durchhalten zu lassen, auch wenn du glaubst, dass nichts mehr geht.
     
    Wenn du merkst, dass dir die Stimme etwas Negatives sagt, stelle dir einfach ein „Stopp“-Schild vor deinem inneren Auge vor oder sage dir selbst „STOPP!“.
     
    Das hilft meistens sehr gut.
     
    Wirkt das nicht, kannst du dich auch in eine Situation versetzen, in der du dich richtig gut und sicher gefühlt hast und in der es dir richtig gut ging.
    Nimm dazu einfach ein Bild oder eine kurze Erinnerung aus deiner Vergangenheit und schau dir dies an. Du kannst dein Gefühl damit überlagern und das negative Gefühl ist weg.
     
    Sonst sprich mit dir im Wettkampf und im Training auf positive Art und Weise und gib dir immer positives Feedback.
    Sage dir, was gut war und was du noch besser machen kannst.
     
    Sprich an, auf was du noch achten möchtest und welche Taktik du einsetzen willst. Ich möchte dir aber noch den Tipp geben, dass du diese taktischen Elemente zu Ende denkst.
     
     
    Was meine ich damit?
    Du solltest immer auch wissen, warum du dieses oder jenes tust und was dein Gegenüber damit anfangen kann. Spielst du etwa beim Tennis einen Stopp, dann sollte dir klar sein, dass du etwa deinen Gegner bewusst ans Netz holen willst oder dass du ihn laufen lassen möchtest.
     
    Denke aber auch daran, was dein Gegner mit diesem Ball anfangen wird und durchdenke seine Möglichkeiten.
     
    Dies kannst du auch sehr gut zuerst im Mentaltraining durchdenken. Nimm dir einfach einige Minuten Zeit und setze dich mit geschlossenen Augen hin. Stell dir den Bewegungsablauf -um beim Beispiel zu bleiben- deines Stopps vor und schau dir dann an, wie dein Gegner reagiert.
     
    Schau dir auch an, welche Möglichkeiten du dir damit eröffnest.
    JA, auch dafür ist Mentaltraining super geeignet.
     
     

    2.3 Mentaltraining und Autosuggestion

     
    Nutze deine innere Stimme um dein Mentaltraining mehrmals am Tag durchzuführen.
     
    Mentaltraining ist wie jedes andere Training: umso öfter du es trainierst, umso besser wird es funktionieren.
     
    Warum ich Autosuggestion als einen der wichtigsten Bausteine des Mentaltrainings generell aber für Sportler im Sportmentaltraining halte, ist weil wir Menschen ein Gedanken-Gefühlswesen sind.
     
     
    Was meine ich damit?
    Erinnere dich vielleicht nochmals kurz an den kurzen Text aus dem Talmud oben!
     
    Wir erreichen den ersten Platz, die Ziellinie, unser Ziel deswegen, weil wir auch daran glauben und uns damit schon beschäftigt haben.
     
    Wir verlieren aus dem gleichen Grund ein Match. Wir haben uns schon vorab damit beschäftigt, sind nicht volles Risiko eingegangen und haben uns irgendwie schon damit abgefunden.
     
    Gehe dazu über, dass du mit Autosuggestion beginnst, deine Gedanken bewusst zu steuern und in die Richtung zu lenken, wohin du sie möchtest.
    Gedanken werden zu Bildern in dir, in deiner Vorstellung, anschließend zu Worten und die Tat besteht aus Worten und Gedanken.
     
    Stell dir zuerst vor, wie du Spaß hast an deiner Sportart, wie du das Ziel erreichst, sage dir dabei, dass du es gut machst, entwickle dir selbst Formeln, die etwas in dir hervorrufen.
     
    Mehr dazu gibt’s im zweiten Teil der Artikelserie noch, versprochen 😉
     
    Achte einfach auf das was du denkst und sagst, und du kannst damit viel zum Positiven verändern.
     
    Um vorweg aber überhaupt denken zu können, was du erreichen möchtest, musst du wissen, was du willst.
     
    Du merkst es wahrscheinlich schon, es geht um Zielsetzung und was du brauchst um deine Ziele zu erreichen.
     
     

    3.1 Mentaltraining und Fokus auf das Ziel:

     
    Wenn man erfolgreiche Sportler, egal ob sie Usain Bolt, Roger Federer oder „His Airness“-Jordan heißen, in Interviews hört, sie alle sagen, dass sie immer ein Ziel von sich und der persönlichen Leistung hatten.
     
    „Don’t tell me that the sky is the limit, when there were people on the moon.“
     
    Die Fragen, die ich von vielen Sportler gestellt bekomme ist aber immer wieder wie sie sich richtig Ziele setzen können und warum sie trotzdem genau von diesen Zielen gehemmt werden.
     
    Ich möchte dir dazu kurz eine Geschichte erzählen. Ich bin ja selbst Spitzensportler und auf meinem Weg möchte ich mich auch für die Olympischen Spiele qualifizieren.
     
    Ich hatte vor wenigen Monaten eine sehr wichtige Weltmeisterschaft, die bei uns dreifache Punkte von einem normalen Weltcup-Turnier bringt. Viele Fechter, die bei so einer Weltmeisterschaft sehr weit vorne landen, sind dann fast schon sicher bei den Spielen dabei.
     
    Also war es mein erklärtes und sehr hoch gestecktes Ziel, in die letzten 16 zu kommen, das wäre ein gewaltiger Schritt Richtung Rio gewesen.
     
    Bereits am Trainingslager war ich unglaublich nervös, fahrig und unsicher. Ich konnte mich nicht mehr aufs Tun konzentrieren, sondern mein einziges Ziel war es, selbst im Training alles zu gewinnen, weil ich wusste, dass viele davon auch meine Kontrahenten in der Weltmeisterschaft sein würde.
     
    Mit jedem Tag wurde die Nervosität in mir schwerer. Ich konnte nicht mehr gut schlafen und mich beim Training nicht mehr konzentrieren.
     
    Als die Weltmeisterschaft dann kam, war ich angespannt. Ich erreichte zwar das Minimalziel, aber nicht mein sehr hoch gestecktes Ziel der Top-16.
     
    Ich war unglaublich enttäuscht und den Tränen nahe.
     
     
    Aber was war passiert?
     
    Das Ziel der Top-16 war sehr hoch angelegt. Ich hatte es bis jetzt nur einmal erreicht. Ich wusste also innerlich, dass es eine schwere Aufgabe sein würde.
     
    Gleichzeitig hatte ich den Glauben, dass ich das für eine erfolgreiche Qualifikation erreichen MÜSSE!
     
    Du wirst sicherlich schon wissen auf was ich hinausmöchte. Der Berg, den ich zu erklimmen versuchte, war einfach zu hoch und ich stand bildlich davor und war von der Höhe dieses 8000’ers erschrocken und erschlagen. Im Nachhinein weiß ich jetzt, dass ich alleine deshalb nie eine Chance hatte, dieses Ziel zu erreichen.
     
    Problem Nummer 1, war der Gedanke des „Erreichen Müssens“. Ich scheiterte zuerst mal an dieser Diktion, dem „MÜSSEN“.
     
    Problem Nummer 2 war, dass ich mir keine Zwischenziele setzte. Milestones, das weiß ich aber auch erst jetzt, sind bei so einem großen Ziel extrem wichtig, wenn du erfolgreich sein möchtest.
     
    Problem Nummer 3 war, dass ich mir das Ziel selbst nicht ganz zutraute und es mir nicht wirklich vorstellen konnte, auch wenn ich wusste, dass ich es schaffen könnte, wenn ich mein volles Potential abrufen könnte.
     
     
    Was kannst du aber daraus alles mitnehmen?
     
    Ich unterscheide im Mentaltraining und Sportmentaltraining gerne in Ziele, Zwischenziele und Visionen.
     
    Visionen sind dabei so etwas wie das Überziel, die höchste Stufe, die oberste Treppe, das wofür es zu kämpfen gilt.
     
    In meinem Fall wäre das etwa ein Platz in den Top-10 der Weltrangliste. Das ist mein persönliches Über-Ziel, das ich noch erreichen möchte.
    Die Vision ist schwer zu erreichen, gibt aber Kraft und Zuversicht, wenn man sich darauf zubewegt. Was deine Vision ist, weiß ich nicht, es ist aber meistens das, was dich zum Sport antreibt, wovon du schon als Kind geträumt hast.
     
     
    Dann gibt es Ziele. Ziele sind für mich Dinge, die ich in den nächsten 1-2 Jahren erreichen kann, aber noch nicht erreicht habe. Es sind Dinge, wie in meinem Fall etwa die Teilnahme an den Olympischen Spielen, eine WM-Medaille oder dergleichen.
    Sie sollten schwer zu erreichen sein, aber dennoch in deiner Reichweite liegen.
     
    Nichts trübt die Stimmung von Sportlern mehr, als das Gefühl die Ziele sowieso nicht erreichen zu können. Wenn Ziele komplett unrealistisch sind, wirken sie sich negativ aus.
     
     
    Und Zwischenziele sind die kleinen Schritte auf dem Weg dahin. Es können Ziele sein, die du bereits erreicht hast, aber noch mehrmals bestätigen möchtest und später Ziele sein, die du noch nicht erreichen konntest, aber schon knapp dran warst.
     

    Stecke dir auf deinem Weg mehrere Zwischenziele!
      
    Sie sollten von einfach bis schwer erreichbar gehen und dir deinen Weg auf den Berg, hin zur Vision weisen.
     
    Dieses Prozess vom Setzen von Vision, Ziel und Zwischenziel solltest du vorab auch schon mal im Mentaltraining durchlaufen und darauf achten wie er sich anfühlt für dich.
     
     

    3.2 Doch wie kannst du Ziele definieren?

     
    Ich habe über dieses Thema schon einen Artikel verfasst, der gerne gelesen wird, ich möchte aber dennoch ihn hier kurz zusammenfassen, damit du in diesem Artikel bleiben kannst und nicht ständig von a nach b springen musst.
     
    Dennoch empfehle ich dir den Artikel zu lesen und ihn als Leitfaden zum Setzen deiner Ziele zu benutzen:
     
    Im Mentaltraining wir oft die S.M.A.R.T-Formel benutzt, um Ziele schnell und einfach aufzuschreiben und zu definieren.
     
    Die Abbildung unten zeigt dir, wofür S.M.A.R.T steht.
     
     

    Diese Darstellung zeigt die SMART-Formel an.
    Diese Darstellung zeigt die SMART-Formel an.

     
     

    3.3 Einige Dinge, die du noch beachten solltest…

     
     
    Ökologie-Check: Stelle dir einige Frage zu deinem Ziel. Ist das Ziel wirklich dein eigenes Ziel, oder sind es die Ziele von anderen Menschen?
    Es kann nämlich sein, dass du dir dieses Ziel auf die Fahnen heftest und es dir überhaupt nicht entspricht.
     
    Frage dich auch, ob es Punkte gibt, die dich davon bis jetzt abgehalten haben oder dich abhalten könnten, das Ziel zu erreichen.
     
    Es kann etwa sein, dass du deine Ziele „absichtlich“ verfehlst.
     

    Absichtlich verfehlen, was soll denn der Sch***ß?
     
    Naja, frage dich ob dich insgeheim doch etwas abhält; dies kann etwa sein, dass du nicht so sehr im Rampenlicht stehen möchtest, oder dass du weißt, dass damit die Erwartungshaltung an dich steigt.
     
    Mehr Erfolg bedeutet mehr Erwartungshaltung.
     
     
    Aktivierung: Braucht mein Körper noch etwas um sofort richtig durchzustarten, irgendeinen Booster, der zusätzlichen Anschub bedeutet? Einen zusätzlichen Motivationsschub, der dich antreibt und dich morgens aus dem Bett springen lässt?
     
     
    Future Pace: Gehe nochmals in die Situation hinein. Du bekommst jetzt also die Medaille umgehängt. Die Menge jubelt, die Bundeshymne wird nur für dich gespielt, es geht dir vielleicht ein Kribbeln durch deinen Körper, bist innerlich total aufgewühlt und weißt nicht wohin, mit deinen Emotionen. Fühlt sich das gut an?
     
    Ja, gut! Du kannst dieses Gefühl gerne ausleben und immer wieder nachempfinden, wenn du das brauchst. Gehe immer wieder, auch als eigentliches Mentaltraining, in diese Situation hinein und lebe sie immer wieder nach.
     
    Was kannst du dabei fühlen?
     
    Was kannst du sehen?
     
    Was kannst du hören?
     
    Nimm wahr was du sehen kannst, welche Farben du siehst, wie diese Farben sind, was du alles hörst und was du dabei fühlst.
     
    Du wirst sehen, dass du dadurch nicht nur selbstbewusster wirst, besonders wenn du das Nacherleben immer wieder durchläufst, sondern auch einen gewaltigen Motivationsschub mit auf den Weg bekommst.
     
    Im zweiten Teil der Artikelserie erfährst du dann, wie du mentale Stärke trainieren kannst.
    Außerdem erzähle ich dir einige weitere Geheimnisse aus dem Sportmentaltraining und wie du etwas in dein Unterbewusstsein programmieren kannst.
     
    Sport ist Kopfsache!

    Dein,

    Unterschrift

    PS.: „A man with no imagination has no wings.“ –Muhammed Ali

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