Sportmentalblog: Selbstvertrauen im Sport

Selbstvertrauen für Sportler

Wie du als Sportler selbstbewusst wirst und Selbstvertrauen hast

 
 
Ich möchte diesen Artikel zu einer Artikel-Serie machen und dir umfangreichen Inhalt bieten, der dich voranbringt. Der Teil wird sich allgemein mit Selbstvertrauen beschäftigen und dir erste Anhaltspunkte mit auf den Weg geben, wie du mehr Selbstvertrauen bekommst. Er wird dir einige Übungen zeigen, die du daheim absolvieren kannst, oder in deinem Training machen kannst um an deinen Gedanken und deinen Glaubenssätzen zu arbeiten.
 
Am Ende des Artikels wird es ein Feld geben, dass dir ein Worksheet, eine kurze Checkliste bereit stellt und dir weiterhelfen wird. Trage einfach deine E-Mail-Adresse ein und du bekommst es ganz einfach zugesandt. Fülle es aus. Es wird dir zusätzliche Antworten geben und vor allem Licht auf einzelne Bereiche werfen, die bis jetzt im Schatten gelegen sind.
 

Einleitung Selbstvertrauen:

 

„Wenn’s läuft dann läuft’s.“ -Hermann Maier

 
Der Herminator war als Ski-Fahrer ein Phänomen. Er war der beste, stärkste und schnellste Fahrer im Feld.
 
Er war aber vor allem eines, er war der selbstbewussteste Fahrer, der mit dem meisten Selbstvertrauen.
 
Er war der Fahrer, auf den alle Augen gerichtet waren und der, der auch in Interviews angab, immer gewinnen zu wollen.
 
Ein Interview nach seiner aktiven Karriere gab mir aber zu denken, es zeigte auf unglaubliche Weise seine Einstellung und die Art und Weise welches Mindset, also welche Glaubenssätze und welche Einstellungen er an den Tag legte.
 
Er sagte in diesem, dass er schon mit einem zweiten Platz enttäuscht gewesen wäre und selbst immer davon ausgegangen ist, zu gewinnen.
 
Ein Satz weckte aber noch größeres Interesse bei mir. Er meinte, dass für ihn die einzige Frage vor einem Rennen war, wie viel er vor dem Zweiten und Dritten Vorsprung habe. An guten Tagen mehr, an schlechten etwas weniger.
 
Bäm!!!
 
Diese Aussage war knallhart ehrlich, aber wahr.
Es war so wie es der Herminator in diesem Interview sagte. Er war mit Abstand der Beste und normalerweise unantastbar.
 
Schon seine innere Einstellung sagte das. Seine Gegner gingen normalerweise nur davon aus, sich im die Plätze dahinter zu streiten, anstatt selbst auf Sieg zu fahren.
 
 
„Ich weiß nicht, was los ist.“
 
„Ich habe Angst zu versagen.“
 
„Ich traue es mir in den entscheidenden Momenten nicht zu.“
 
„Ich weiß nicht warum ich mein Potential nicht abrufen konnte.“
 
Alle Sportler haben dasselbe Problem. Er eine mehr, der andere weniger. Jeder Sportler zweifelt einmal an seinen eigenen Stärken, an dem was ihn ausmacht und fragt sich, ob das Ganze überhaupt Sinn hat.
 
Sportler investieren Zeit, Geld und vor allem Herzblut in ihren großen Traum. Manche scheinen das Glück und den Erfolg gepachtet zu haben, andere schaffen es nie auf die oberste Treppe zu kommen, oder gehen die falschen Wege oder im Worst-case geben davor schon auf.
 
 
Doch die eigentliche Frage ist doch, was schafft es etwa ein Hermann Maier oder ein Novak Djokovic der Beste, die Nummer eins zu werden und wie schaffst du das?
 
Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein für Sportler
 
Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein werden in der heutigen Welt gerne als Synonyme verwenden meinen aber grundsätzlich etwas anderes.
 

Was ist Selbstvertrauen?

„Selbstvertrauen ist der Glaube an die eigene Stärke.“
 
Selbstvertrauen meint, dass man sich selbst vertrauen kann, mit dem Wissen, dass man als Sportler gut trainiert hat, fleißig war und alles dafür getan hat erfolgreich zu sein. Selbstvertrauen bedeutet, dass man seine eigenen Stärken kennt, sie wahrgenommen hat, erlebt hat und sich auf diese auch verlassen kann.
 

Dein 8-Punkte-Plan für deine Höchstleistung:

    • Selbstbewusst im Wettkampf
    • Spaß an der Herausforderung haben
    • Kühlen Kopf bewahren, wenn's drauf ankommt.





     
    Hier spielt mehrere Faktoren eine entscheidende Rolle:
     

    1. Training

    Training spielt bei Sportlern in Sachen Selbstvertrauen eine große Rolle. Sportler, die wenig trainiert haben oder verletzt waren und zurückkommen, wirken oft unsicher. Man kann ihre Unsicherheit quasi spüren und sieht ihnen diese auch von außen an.
    Training ist nicht nur dazu da um sich zu verbessern, Training ist vor allem wichtig um Routinen zu entwickeln und Technik zu stabilisieren. Mit „Technik stabilisieren“ meine ich, dass Sportler im Training Sicherheit gewinnen, indem sie eine Wiederholung immer und immer wieder abspulen und diese dadurch sprichwörtlich in Fleisch und Blut übergeht.
     
    Oft heißt es, dass sich die Bewegung ins Unterbewusstsein einbrennen muss und erst dann so richtig gut funktioniert. Es geht also darum etwas sooft zu machen, bis sie reibungslos und ohne nachzudenken „einfach so passiert“.
     
    Ich möchte zu diesem Thema zwei Bücher empfehlen, die das Thema sehr gut behandeln. Das erste Buch heißt „The inner Game of Tennis“ und ist von …. Das zweite heißt „Die Kunst des Bogenschießens“.
     
    Über den Klassiker „The inner Game of Tennis“ habe ich noch einen Artikel geplant. Ich glaube, dass dir dieser auch viel helfen wird!
     
    Zurück zum Training!!!
     
    In einem Sportler gehen während des Trainings und besonders während eines Wettkampfes viele Dinge vor.
    Man unterscheidet nach Gundlach(1980) drei Bereiche: Leistungsvollzug, Vollzugsebene und den Bereich Leistungsvoraussetzungen.
     
    In den Bereich Vollzugsebene fallen Handlungs- und Verhaltensregulation, Energiebereitstellung und Ausnützung der persönlichen Stärken.
     
    In den Bereich Leistungsvollzug werden die Prozesse Wahrnehmung, Denken, Entscheidungsfindung und Antriebsprozesse angeführt, die für das Selbstvertrauen sehr wichtig sind.
     
    Im Training kannst du als Sportler ohne viel mentalen Stress und ohne Druck dich weiterentwickeln und an deinen Stärken und Schwächen arbeiten.
    Du kannst aber auch im Training mentale Prozesse üben und Prozesse in dir steuern lernen, wie Wahrnehmung, Aktivierung oder Entscheidungsfindung, die sich direkt auf deine Leistung auswirken.
     

    2. Glaubenssätze

    Glaubenssätze spiegeln deine innerste Einstellung wider. Wir bilden Glaubenssätze anhand von Erfahrungen und Erlebnissen aus unserer Vergangenheit.
    Stell dir einen Tischtennisspieler vor, dem immer wieder wenn er schon hoch führt Gedanken durch den Kopf gehen, wie etwa „Das habe ich schon sicher in der Tasche.“ oder „Das bringe ich schon drüber.“
     
    Er kann ich diesem Moment nicht mehr sein volles Potential abrufen, weil er es nicht mehr aktivieren kann. Er wird das Spiel vielleicht noch aus der Hand geben.
    Beim nächsten Match, in dem er dieselbe Situation durchlebt, wird er denken „Oje, nicht schon wieder. Beim letzten Mal habe ich das noch verspielt.“
    Auch dieses Mal ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass er das Spiel noch aus der Hand gibt.
     
    Wenn der Sportler diese Erfahrung mehrmals durchläuft bildet sich ein Glaubenssatz, der ihm sagt, dass wenn immer er schon hoch vorne liegt das Match noch verliert.
     

    3. Selbsteinschätzung

     
    „Wer sich selbst gut einschätzen kann, weiß wo er/sie steht und wohin es gehen soll.

    Ich möchte jetzt nicht so sehr über Zielsetzung sprechen, denn das Thema habe ich schon mehrmals bearbeitet und wird auch nochmals in einem späteren Artikel kommen. Zielsetzung hat natürlich vor allem im Sport eine wichtige Rolle.
    Du möchtest nach ganz oben, auf das oberste Siegertreppchen, Medaillen gewinnen, Pokale stemmen und dich zur Legende machen. Das sind große Ziele, große Visionen und riesige Wünsche.
     
    Nicht alle davon gehen in Erfüllung, Zielsetzung hin oder her.
    Bitte verstehe mich nicht falsch, ich bin immer dafür, dass man sich mit Zielsetzung auseinandersetzt, doch es gibt solche, die so hoch angesetzt sind, dass sie eher schaden als helfen und dich eher verkrampfen als antreiben.
     
    Eine Vision von sich zu haben und von dem, was du erreichen möchtest ist toll, sie kann dich aber auch daran hindern, erfolgreich zu sein, weil du im wichtigen Moment falsch denkst.
     
    Eine gute Selbsteinschätzung ist dazu da, dich zu fragen, was du besser machen kannst und woran du noch arbeiten musst, was du noch verbessern kannst und worauf die in einem gewissen Trainingszeitraum deinen Fokus legen solltest.
     
    Selbsteinschätzung hilft dir aber auch anzuerkennen, wenn ein anderer Sportler im Wettkampf möglicherweise besser war als du und dich zu fragen, was du beim nächsten Mal anders machen kannst um zu gewinnen.
    Sie unterstützt dich aber auch in Phasen, in denen es nicht so läuft. Jeder Sportler kennt diese Phasen. Du trainierst und trainierst und es soll einfach nicht klappen. Du kannst machen was du willst, im Wettkampf klappt es einfach nicht.
     
    „A man with no imagination has no wings.“ -Muhammed Ali.
     
    Dein,

    Unterschrift
     

    4 Kommentare, sei der nächste!

    1. Servus Johannes,

      genialer Artikel, der einem selbst mal wieder vor Augen hält wie wichtig im Sport auch der eigene „Geist“ ist.
      Bei diesem Thema bin ich auch immer wieder beeindruckt von Arnold Schwarzenegger, der sich in den Kopf gesetzt hat als Bodybuilder in den USA erfolgreich zu werden und es dann auch geschafft hat.

      sonnige Grüße
      Matthias

    2. Hallo Johannes, klasse Artikel !

      Ich „arbeite“ sehr oft mit Dart-Spielern zusammen, die ihr „mental game“ verbessern wollen.
      Dabei stellt sich häufig heraus, dass Glaubenssätze und Denkmuster zu einer Blockade führen,
      wodurch das Abrufen der bestmöglichen Leistung beinahe unmöglich ist.

      Erfahrungen, teilweise aus der Kindheit, prägen manche Glaubenssätze, die sich wie ein Brandzeichen im
      Unterbewusstsein verfestigen.
      Ein Beispiel : Ein sehr talentierter Dart Spieler hatte das Problem dass in Drucksituationen, beim entscheidenden Dart Wurf auf das zu treffende Doppel, eine sehr starke Verkrampfung einsetzte, die eine fließende Wurfbewegung unmöglich machte. Wodurch er meist den entscheidenden Wurf naneben setzte und das Spiel verlor.
      Gemeinsam entdeckten wir dann erstaunliches! Im Alter von circa 12 Jahren stand er auf den Fußballplatz, ein in seiner Wahrnehmung äusserst wichtiges Spiel, und beim Stand von o : o kurz vor Schluss gab es eine Elfmeter Entscheidung. Er, der bis dahin sehr gut und selbstbewusst spielte übernahm die Verantwortung und stellte sich der Aufgabe. Zuschauer schrien….. der Druck wuchs und wuchs …. und es kam wie es oftmals passiert……er verschoss, nach seiner Aussage kläglich, den Strafstoß….und das Team verlor noch einen sicher geglaubten Sieg. Diese Erfahrung war es also, die hauptsächlich für die Verkrampfung in Drucksituationen verantwortlich war. Die damals als 12 Jähriger, abgespeicherten Emotionen kamen 15 Jahre später genau so wieder hoch , wie er sie als Kind fühlte. Da er jedoch das Erlebnis des verschossenen Elfmeters weitgehenst vergessen, oder verdrängt hatte, fand er mit seinem bewussten Denken keine Ursache und direkten Zusammenhang für das Problem. Als wir diese Verknüpfung im Unterbewusstsein „entknoten“ konnten, war es nur noch ein kleiner Schritt zum erfolgreicheren Spiel. Manchmal sind es die kleinen Ursachen die große Wirkung zeigen!

      mit freundlichen Grüßen aus Bayern Richard

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

    Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.