Sportmentaltrainingszyklus- Dein Weg zum Erfolg im Sport

Wieder hatte ich keine Ahnung, warum ich gescheitert war. Ich hatte Angst zu verlieren, war gestresst, vollkommen fertig und dennoch wusste ich, dass ich besser sein könnte.
 
Ich könnte besser sein…
 
Könnte…
 
Wenn ich nur mental stärker wäre…
 
Wenn ich nur wüsste, wie…
 
Wenn ich nur wüsste, was…
 
Wenn ich es nur wüsste.
 
Immer wieder dieselben Fehler zu begehen und die selben Niederlagen einzustecken tat weh.
Ich weiß noch wie es für mich war, als ich wieder einmal bei einer Weltmeisterschaft antrat und nicht mein volles Potential abrufen konnte.
Es war zum Schreien, ich stand da wie gelähmt, meine Gedanken waren fahrig und ich wusste nicht was ich tun sollte.
 
Das ist meine Geschichte…
 

Was ist deine?

 
Ich würde deine Geschichte zu diesem Thema gerne hören, wie ist es für dich. Welche Erfahrungen hast du im Wettkampf? Wie fühlt es sich für dich an, wenn du nervös bist?
 
Normalerweise ist das eine meiner ersten Fragen in meinen Coachings. Ich will wissen was den Sportler bewegt.
 

Erfolg im Sport
 

Der Zyklus:

Als Sportler beschäftigen wir uns ständig mit Zyklen. Wir befinden uns in Trainingszyklen, in Phasen der Erholung und Wettkampfphasen, in Ausdauerblöcken und Wochen mit besonders viel speziellem Training.
 
Du als Sportler bist es gewohnt, in Makro- und Mesozyklen zu denken und die Zeiten zu untergliedern. Keiner von uns wird am Beginn das gleiche Training abspulen, wie in der Hauptwettkampfphase.
Auch beim Sportmentaltraining gibt es solche Zyklen.
 
Um diesen Prozess zu starten, um ein Coaching zu starten oder um mit Sportmentaltraining zu beschäftigen, bedarf es einer bewussten Entscheidung deinerseits.
 
Bei mir war es damals in dem Moment, den ich zu Beginn des Blogartikels beschrieben hatte. Ich stand da, hatte keine Ahnung was ich tun sollte und wusste nicht mehr weiter. Innerlich war mir klar, dass ich mehr erreichen wollte, mehr erreichen konnte, ich wusste aber nicht wie.
 
Ich wusste nicht, was es für mich bedeuten würde, Sportmentaltraining zu machen, wie es mir helfen würde, ich wusste nur, dass es so nicht weitergehen würde.
 

Der Sportmentaltrainingszyklus:

Alles beginnt mit der bewussten Entscheidung….

Dein 8-Punkte-Plan für deine Höchstleistung:

    • Selbstbewusst im Wettkampf
    • Spaß an der Herausforderung haben
    • Kühlen Kopf bewahren, wenn's drauf ankommt.




     
    Jeder Sportler hatte schon einmal ein mentales Loch, einen Aussetzer, ist tief gefallen, war den Tränen nahe.
    Ich kann mich noch genau erinnern, als wäre es gestern gewesen. Ich stand bei meiner ersten Europameisterschaft auf der Bahn.
    Ich focht Mannschaft, mein erstes Mal auf internationaler Bühne. Ich war mindestens genauso nervös, wie meine Kollegen. Ich wollte es einfach nicht vermasseln.
     
    Das kleine Österreich führte um zehn Treffer. Im Fechten geht es in der Mannschaft auf 45 Treffer, was heißt, dass wir eigentlich einen gewaltigen Vorsprung herausgekämpft hatten…
    Wir das kleine Österreich gegen den großen Bruder Deutschland…
    Die Medaille war zum greifen nahe, nur noch wenige Punkte trennten uns von diesem historischen Sieg….
    Das Herz schlug mir bis zum Hals, in dem Moment wo der Kampfrichter „Bereit? Los!“ sagte.
     
    Ob ich bereit war? Nein, war ich nicht! Ich bekam einen Treffer und noch einen in wenigen Sekunden. Mein deutscher Kontrahent hatte nichts mehr zu verlieren.
    Er setzte alles auf eine Karte.
    Ich wollte nur noch verteidigen, es über die Zeit bringen.
     
    Doch es war zu spät.
     
    Ich bekam noch einen Treffer und noch einen…
     
    Von draußen die Schreie meiner Teamkollegen und unseres Trainers…
     
    Die Deutsche Ecke jubelte, pushte meinen Gegner und ich war wie paralysiert.
     
    Am Ende verloren wir das Gefecht 45:43. Um zwei Treffer. Um zwei beschissene Treffer… So wenig und doch so viel…
     
    Am Tag darauf beschloss ich mich mit Sportmentaltraining zu befassen und den Sportmentaltrainingszyklus durchzugehen. Es sollte eine Reise werden…
     

    Sportmentaltraining:

    Was Sportmentaltraining eigentlich ist, habe ich bereits in dem Artikel „Was ist Mentaltraining“ bereits geschrieben. Ich möchte dir dennoch einen Kurze Einführung geben.
     
    Es gibt Schätzungen, nagle mich jetzt bitte nicht an den Zahlen fest, dass Technik im Spitzensport-Bereich lediglich 2% ausmachen, 70% des Erfolges wird im Kopf entschieden.
     
    Aber warum beschäftigst du dich dann stundenlang, tagelang, ja Jahre damit dich mit genau diesen zwei Prozent zu beschäftigen, wo doch im mentalen Bereich weit mehr Wachstumspotential für dich läge?
     

    Der Sportmentaltrainingszyklus:

    Der Sportmentaltrainingszyklus besteht aus mehreren Elementen, aus mehreren Schritten, die du nach einer durchlaufen solltest, um dich mental weiterzuentwickeln und deine Performance im Wettkampf zu verbessern.
     
    Ähnlich der Jahreszeiten, die wir hier auf der Erde haben, wo sich Winter, Frühling, Sommer und Herbst immer wieder abwechseln, sich gegenseitig beeinflussen, in einander laufen und auch einmal vollkommen verkehrt sind, ist es auch bei dem Sportmentaltrainingszyklus.
     
    Umso flexibler das Konzept ist umso eher, lässt es sich nicht nur auf dich anpassen, sondern umso effektiver ist es auch. Trotzdem ist es wichtig, ähnlich in der Natur, dass gewisse Schritte eingehalten werden.
     

    Schritt 1: Die „Ist-Analyse“

    Als ich nach meinem katastrophalen Gefecht auf der Tribüne saß, ein Handtuch über den Kopf gelegt und Tränen der Enttäuschung in meinen Augen hatte, wurde mir klar, dass ich meinen Status quo objektiv bewerten musste.
     
    Ich war rein technisch sicherlich besser als die meisten anderen, aber mental war ich noch nicht so weit, diesem Druck gewachsen gewesen zu sein.
     
    Ich überlegte, was gut war, was ich gut konnte, welche Stärken und Schwächen ich hatte.
     
    Ich dachte darüber nach, wo ich im Moment stand, was mich als Sportler und auch als Mensch auszeichnete, was mich bis jetzt erfolgreich gemacht hatte
     
    Als das, schrieb ich in eine Mindmap, das war ich in diesem Moment.
     
    So ähnlich kannst du auch verfahren.
    Analysiere dich möglich objektiv, frage dich, was du besser machen kannst, was dich im Moment schon auszeichnet, was du besser kannst, als vielleicht viele andere.
     
    Erstelle dir ein genaues Stärken/Schwächen-Profil, in das du deine Erkenntnisse einträgst.
     

    Schritt 2: Wohin geht die Reise

    Der menschliche Geist arbeitet ähnlich einer Maschine. Du kannst dir deinen Geist, wie ein Navigationsgerät vorstellen, in das du entweder ein Ziel einprogrammierst und dann losfährst, oder einfach mal schaust wo du hinkommst und du dann entweder Glück hast bei der richtigen Stelle wieder rauszukommen oder du Pech hast und am anderen Ende der Stadt landest, ohne Plan zu wissen wohin es geht.
     
    Du hast dich analysiert, du kennst deine Stärken und deine Schwächen.
     
    In Schritt zwei geht es darum, dass du dir genaue Ziele setzt. Ich wähle dazu meistens die S.M.A.R.T-Formel. Der Prozess des Erfolges kann dabei große Wirkung erzielen. (http://www.sportmentalblog.com/ziele-erreichen-diesen-prozess-musst-du-durchlaufen/)
     
    Setze dir unterschiedliche Arten von Zielen. Du kannst dir für deine unterschiedlichen Bereiche unterschiedliche Ziele setzen.
    Im Sportmentaltraining wird normalerweise zwischen Formal- und Prozesszielen unterschieden. Formalziele sind ergebnisorientiert, Prozessziele streichen den Prozess heraus.
     
    Schreibe dir deine Ziele so konkret und genau auf, wie es nur geht. Sie verschaffen dir eine Verbindlichkeit und eine persönliche Identifikation mit dem Sport.
     

    Schritt 3: Mehr und mehr Macht…

    ..das wollen wir! Nein, wir zwei erwecken jetzt nicht das Team Rocket zum Leben (für alle die keine Ahnung haben, das ist aus Pokemon)
     
    Du kennst deine Stärken aus Phase 1, du weißt wohin du willst, jetzt geht es wirklich ans Eingemachte. Es geht darum, dass du deine Stärken stärkst.
     
    Grundsätzlich gibt es drei große Bereiche, die in den Abschnitt des Sportmentaltrainingszyklus fallen, die Verbesserung der Konzentrationsfähigkeit, die Optimierung deines inneren Selbstgesprächs und die Steigerung deiner Selbstmotivation.
     
    Die Verbesserung der Konzentration ist für dich als Sportler wahrscheinlich ein großes Thema. Sich Am Tag X, zu dem ganz speziellen Augenblick sich nur im Hier und Jetzt zu befinden und sich nicht darauf zu fokussieren, was war und was vielleicht eintreten könnte, sind große Bausteine auf deinem Weg auf deine oberste Treppe.
     
    „Das schaffe ich nicht.“ Wie soll ich nur schlagen.“ Meistens sagt uns unsere innere Stimme, was wir nicht erreichen können, gibt uns Argumente, warum wir nicht gut genug sind, warum wir diese Medaille nicht verdient haben und weshalb wir nicht gewinnen können.
     

    Ich sage dir „Das ist bullshit.“

     
    Trainiere dich darin, deinen Geist, deine Gedanken mit positiven Sätzen zu füttern. Ersetze negative Gedanken durch positive. Alleine das, bewirkt schon immens viel .
     
    Ich saß nach meiner verpassten Olympiaqualifikation einsam am Tisch, der Blick leer gegen die Wand gerichtet, die Gedanken schwer, die Schultern gesenkt.
    Ich wollte alles hinschmeißen, aufhören, die Dinge, die mir so viel bedeutet hatten einfach begraben.
     
    Doch welchen Sinn hätte das für mich gehabt?
    Hätte es mich wirklich getröstet, wenn ich einfach aufgehört hätte?
     
    Nein, hätte es nicht! Es hätte mir weg getan!
    Ich habe mir die schönen Momente in Erinnerung gerufen, die ich durch den Sport hatte, ich habe mich gefragt, was ich schon alles erleben durfte, welche Turniere ich schon gewinnen konnte und welche Erfahrungen ich durch das Fechten machen durfte.
     
    Damit war das erste Feuer nach dieser riesigen Enttäuschung wieder gelegt bei mir.
     
    Anschließend habe ich mir meine Ziele erneut überlegt und mich gefragt, welche ich erreichen konnte und welche nicht.
     
    „NICHT ERREICHT!!!“
     
    Die nicht erreichten Ziele schrieb ich anschließend auf einen Zettel, alle jedes einzelne noch so kleine Ziel, das ich nicht erreicht hatte, aus welchem Grund auch immer.
     
    Das sind also die Ziele, die ich nicht erreicht habe….
     
    „NOCH…“
     
    Dieses kleine Wort, habe ich anschließend daneben dazu geschrieben.
     
    Bereits drei Tage später fühlte ich mich motiviert genug wieder durchzustarten…es gibt ja noch so viel zu erreichen!
     

    Schritt 4: Wo stehst du jetzt?

    Ich habe dir erzählt, dass dieser Sportmentaltrainingszyklus ein Prozess ähnlich den Jahreszeiten ist.
     
    Die Dinge kommen immer wieder…
     
    Stell dir vor, du trainierst seit einigen Monaten, du hast dir deine Ziele aufgeschrieben und weißt wofür du trainierst. Du kennst deine Stärken und deine Schwächen und beginnst damit deine Stärken und Stärken und deine Schwächen zu schwächen.
     
    Du lernst dich selbst mehr motivieren zu können, kannst dich immer besser konzentrieren und weißt, dass hast auch gelernt mit der negativen Stimme in dir umzugehen.
     
    Dein nächster Wettkampf steht an, du fühlst dich locker und selbstbewusst. Du weißt, was du kannst und wie du dein Ziel erreichen kannst.
     
    Egal, was du erreicht hast, ob du dein Ziel nicht erreicht, es erreicht hast oder sogar noch besser warst. Der vierte und letzte Schritt besteht darin, abermals eine Analyse durchzuführen und Schlussfolgerungen daraus für dich zu schließen.
     
    Frage dich was gut war, was nicht so gut war und was noch besser hätte sein können. Damit hast du automatisch deine Trainingsziele für die nächsten Einheiten bereits definiert.
     
    Wenn du mich ehrlich fragst und das sage ich dir als Sportmentaltrainer und vor allem auch als Leistungssportler kann dir auch dieser Sportmentaltrainingszyklus nicht garantieren, dass du deine Ziele immer erreichen wirst…
     
    …aber er erhöht deine Chancen um ein Vielfaches! Das verspreche ich dir!
     
    Sport ist Kopfsache!
     
    Dein,
     
    Unterschrift
     
    PS.: „A man with no imagination has no wings.“ -Muhammed Ali

    Ein Kommentar, sei der nächste!

    1. Und genau das alles macht dich zu einem der besten Sportmentaltrainer überhaupt! Denn durch alle deine Erfahrungen, Niederlagen, Siege, ….. weißt du wie es sich anfühlt, was es für Blockade zwischen den Lösungen gibt und welche Strategien dich vorwärts brachten. Du lernst was es heißt unten und ganz oben zu stehen und dieses Wissen, diese Erfahrungsschätze kannst du so an alle deine Klienten weitergeben. Sie können dadurch von dir genau dort abgeholt werden wo sie stehen, da du es selbst erlebt hast.

      Ich selbst arbeite mit Kindern und Jugendlichen, Muttern, Eltern und auch angehenden Elternberatern.
      Eine zweifelte dermaßen an sich, da ihre eigenen Kinder alles andere als einfach waren, ob dieser Weg der richtige für die wäre. Andererseits kann sie gut andere begleiten und hilft wo es nur geht.
      Als ich ihr zeigte, warum das Leben sie mit so großartig „schwierigen“ Kindern segnete, änderte sich ihre Einstellung.
      Das Leben trainiert uns mit jedem Tag. Wollen wir etwas erreichen, wird es uns einen Stein nach dem anderen schenken, damit wir lernen diese zu gebrauchen. So gibt es uns Situationen, um daran zu wachsen. Als Kinder verloren wir nicht nur einmal das Gleichgewicht und landeten auf dem Hinterteil. Doch hat es uns daran gehindert weiter zu machen, um laufen zu lernen?
      Also ich sehe keinen, der es nicht geschafft hat.

      Ich sehe einen spitzen Mentaltrainer in dir, denn deine Lebenserfahrungen sind unbezahlbar! Danke, dass wir alle daran teilhaben dürfen!
      Alles Gute für deinen Weg!

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

    Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.